Buchrezensionen

Impfschutz – Irrtum oder Lüge?

Delarue, Simone

F. Hirthammer Verlag, München, 1993
Vorwort und Anhang für die deutsche Ausgabe von Dr. med. Gerhard Buchwald
60 Abb., 9 Tabellen
246 S., geb.

Preis: 16.40 EURO

Simone Delarue ist Ehrenpräsidentin der französischen "Nationalen Liga für Impffreiheit“. Nach ihrem ersten Buch zum Thema Impfrisiken mit dem Titel "Impfungen – der unglaubliche Irrtum“, das in kurzer Zeit in vier Auflagen erschien, präsentiert sie nun der Öffentlichkeit ihr zweites Buch "Impfschutz – Irrtum oder Lüge?“ Sie bearbeitet darin die Frage: Welchen Schutz bieten Impfungen?
Es ist eine internationale Studie, denn in den Ländern der Dritten Welt wird seit Jahrzehnten sehr viel geimpft. Auffallend jedoch ist, daß gerade hier Pocken, Malaria, Cholera, Tuberkulose usw. noch immer grassieren. Gerade die Seuchen, gegen die die Impfkampagnen laufen.
In unseren Breitengraden gingen diese Krankheiten alle zurück, auch solche, gegen die wenig oder überhaupt nicht geimpft wurde.
Simone Delarue untersucht empirisch den Verlauf der Infektionskrankheiten bevor Massenimpfungen einsetzten, während Impfkampagnen und nach ihrem Absetzen z.B. wegen Nebenwirkungen oder weil, wie in der Nachkriegszeit, Impfstoffe fehlten. Verblüffendes Ergebnis ihrer bis ins 19. Jahrhundert zurückreichenden Forschungen: "Keine der zahlreichen Statistiken und Graphiken läßt den Schluß zu, daß Menschen geschützt worden sind. Im Gegenteil – im Inkubationsstadium durchgeführte Impfungen führten zu vermehrten Erkrankungen und zu Todesfällen, die der Impfung angelastet werden müssen“. So kam z.B. die WHO in Indien bei 260.000 Personen zu dem Ergebnis, daß "die BCG-Impfung (gegen TB) nicht den geringsten Schutz gewährt“.
Die Forscherin postuliert, daß Impfschutz nie wissenschaftlich exakt bewiesen wurde, "selbst ein Pasteur hat mehrfach wissenschaftlichen Betrug begangen“. Steht man vor der Frage : Impfen oder nicht? sollten vorher genaue Informationen eingeholt werden, denn Impfungen, vor allem für Säuglinge und Kleinkinder, sind immer mit Risiken verbunden.
Als Entscheidungshilfe ist dieses Buch eine Kostbarkeit.

Johanna Keller

 

Gesund ohne Pillen - was kann die Alternativmedizin?

Simon Singh, Edzard Ernst

Gesund ohne Pillen - was kann die Alternativmedizin? Überzeugte Gegner der Komplementärmedizin schreiben eben darüber einen Ratgeber, das Ergebnis ist kaum verwunderlich

Gesund ohne Pillen
Was kann die Alternativmedizin?
Von Simon Singh, Edzard Ernst
Erschienen im Hanser Verlag, 2009
ISBN: 978-3-446-23301-0

"Wenig wirksam, abzuraten, gefährlich"

"Es gibt wenige Veröffentlichungen aus wissenschaftlichen Kreisen, die den Mut besitzen,
wesentliche Kriterien des naturwissenschaftlichen Erkenntnisgewinns für andere zu fordern,
selbst aber zu ignorieren..." (Eckehard Eibl, BKHD Vorstandssprecher)

Schreiben überzeugte Gegner der Komplementärmedizin einen Ratgeber über eben diese
Medizin, verwundert das Ergebnis nicht: Simon Singh und Edzard Ernst fordern eine Rückkehr
zur Schulmedizin und verurteilen Ärzte, Journalisten und Forscher, die die besonderen Therapierichtungen
anwenden oder befürworten. Singh ist Wissenschaftsjournalist und in britischen
Medien bekannt für seine ablehnende Haltung gegenüber Homöopathie, Chiropraktik und
anderen komplementärmedizinischen Methoden. Ernst, Lehrstuhlinhaber für "Alternative
Medizin" in Exeter, wird als "kritischer" Berater oder als Autor verpflichtet (u.a. Stern und
Stiftung Warentest), wenn es um negative Berichterstattung über alternative Heilmethoden geht.
Als Bewertungsmaßstab komplementärer Therapien kennen sie nur die randomisierte Doppelblindstudie
(RCT), die als Goldstandard der evidenzbasierten Medizin steht - oder stand, denn
die Einsicht, dass RCTs kein objektives Bild der therapeutischen Wirklichkeit abbilden, macht die
Runde. Professor Robert Jütte vom Stuttgarter Institut für Geschichte der Medizin der Robert-
Bosch Stiftung, schreibt in einer FAZ-Rezension: "Auffällig ist die Ignoranz gegenüber methodischen
und sachlichen Einwänden, die führende Forscher auf dem Gebiet der Komplementärmedizin
gegen den selektiven Blick dieser beiden "Experten" haben. Konträre Ansichten werden
nicht erwähnt." Einseitigkeit lautet auch der Vorwurf einer Besprechung im Deutschland Radio.
Hier hieß es: "... ihre Überzeugung, Recht zu haben, ist angesichts des immer noch
immensen Forschungsbedarfs ... wenig angebracht."

FAZ/DZVHÄ März 2009/HZ/Eckehard Eibl

 

 

Die homöopathische Behandlung der Kinder

Herscu, Paul

Kai Kröger Verlag für homöopathische Literatur, Groß Wittensee
3. Auflage 1997
495 Seiten, Hardc.

Preis: 56.00 EURO

Dr. Paul Herscu stellt in seinem Buch acht, jedem Homöopathen bekannte Arzneimittel vor – Calcarea carbonica, Lycopodium, Medorrhinum, Natrium muriaticum, Phosphorus, Pulsatilla, Sulfur und Tuberculinum. Nichts Neues und altbekannt, wird manch einer sagen – aber weit gefehlt! Denn diese Materia Medica unterscheidet sich in wesentlichen Aspekten von anderen Arzneimittellehren, die uns von den alten Meistern überliefert sind. Denn wenngleich Meister ihres Handwerks, griffen sie doch gerne bei der Niederschrift ihrer Arzneimittellehren auf die bereits publizierte Erfahrung anderer Kollegen zurück, um möglichst vollständige Arzneimittelbilder zu kompilieren – und so schrieb oft einer vom anderen ab.

Anders Paul Herscu, der – zwar noch jung an Jahren – nichtsdestoweniger dank seines brillanten Beobachtungsvermögens und messerscharfen Intellekts sowie der begnadeten Begabung, zur Synthese von Information und Wissen in relativ kurzer Zeit eine enorme Menge an Praxiserfahrung sammeln konnte, die er – inzwischen als wohl der aktivste Lehrer in Sachen Homöopathie in den USA – didaktisch hervorragend an seine Kollegen und Schüler weiter vermittelt. Es war Dr. Herscus Anliegen, eine Arzneimittellehre zu schreiben, die aussschließlich auf der in seiner eigenen Praxis gewonnenen Erfahrung fußt – eine Materia Medica, die ganze Syndrome, ganze Symptomenkomplexe beschreibt, wie sie sich dem Homöopathen in der täglichen Praxis am "lebendigen Patienten" zeigen. So sichtete er alle Akten der Kinder, die in seiner Praxis homöopathisch geheilt wurden und wählte diejenigen acht Mittel für sein Buch aus, die seiner Erfahrung nach am häufigsten indiziert sind und damit auch einen wesentlichen Anteil der Patienten – seiner Erfahrung nach ca. 80 Prozent aller Kinder in der homöopathischen Praxis – Heilung und Hilfe bringen. Kriterium für die Auswahl dieser Mittel war auch, dass er auf die Empirik von mindestens 300 geheilten Kindern für jede dieser Arzneien zurückgreifen konnte. Damit ist Dr. Herscus Buch die wohl erste Arzneimittellehre, deren Inhalt sich ausschließlich auf die klinisch verifizierten Informationen des Autors selbst stützt und die Ergebnisse von Arzneimittelprüfungen oder Vergiftungen unberücksichtigt lässt.

Dr. Herscus Buch soll auch helfen, einem Notstand der Homöopathen zu begegnen, nämlich dem Mangel an theoretischer und durch Erfahrung gewonnener systematischer Information bei der homöopathischen Behandlung speziell von Kindern. Denn die Verordnung von Homöopathika für diese Gruppe von Patienten erfolgt in erster Linie aufgrund der Erfahrungen, die mit diesen Mitteln bei Erwachsenen gemacht wurden – was immer wieder zu mannigfaltiger Frustration bei Homöopathen führt, die versuchen, eine Übertragung vom Erwachsenen auf das Kind oder gar Kleinkind vorzunehmen und dabei oft einzig auf die Verordnung nach Leitsymptomen angewiesen sind. Diese Leitsymptome jedoch können die Gesamtheit der Symptome eines Kindes nicht angemessen widerspiegeln. Rückblickend stellte Dr. Herscu fest, dass er das Simillimum für zahllose Kinder fand, ohne dabei seine Verschreibung auf Informationen stützen zu können, die sich in irgendeiner bereits existierenden Arzneimittellehre nachlesen ließen.

Alles Material, das Dr. Herscu nicht persönlich in seiner Praxis beobachtete, wurde daher nicht mit aufgenommen – selbst, wenn es sich dabei um Informationen handelt, von denen er weiß, dass sie theoretisch von großer Bedeutung für die Bestätigung der jeweiligen Arznei sind.

Seine Materia Medica der gemssen an der Häufigkeit ihrer Verordnung acht wichtigsten Kindermittel, unterscheidet sich im Aufbau von den herkömmlichen Arzneimittellehren und vereinfacht damit den Gebrauch in der täglichen Praxis. Die Darstellung einer jeden Arznei gliedert sich in dieser Reihenfolge:

  • Charakteristika des Gemüts
  • Schlaf
  • Schwindel
  • Körpersymptomatik
  • Säuglinge und Kleinkinder
  • Überblick
  • Zusammenfassung
  • Checkliste zur Bestätigung des Mittels


Der Abschnitt "Schlaf" folgt demjenigen über die Gemütssymptomatik, weil vieles, was mit dem Schlaf des Kindes (und seinen Störungen) zusammenhängt, auch in Beziehung zu den Gefühlen steht.

Die Zusammenfassungen im Überblick am Ende eines jeden Kapitels sollen einerseits dem Anfänger helfen, ein Gerüst zu errichten, das mit der Zeit durch Erfahrung ausgekleidet wird; andererseits dient der Überblick dem Praktiker als rasches Check-up, um ein Mittel zu bestätigen oder zu verwerfen.

Jedes Arzneimittelbild ist mit vielen objektivierbaren, d.h. durch Beobachtung gewinnbaren, Symptomen reich versehen, die den Homöopathen rasch zum indizierten Heilmittel hinführen. Zusätzlich gestattet ein umfangreicher Index am Ende des Buches raschen Zugriff auf relevante Textstellen.

Wenngleich Dr. Herscus Buch einen unschätzbaren Gewinn für die "Werkzeugkiste" des Homöopathen darstellt, legt der Autor Wert darauf, dass auch Eltern das Buch lesen sollten, damit sie eine Vorstellung gewinnen von den enormen Möglichkeiten, welche die Homöopathie bei der Behandlung gesundheitlicher Störungen ihrer Sprösslinge bietet. Die Kenntnis des Konstitutionstyps des Kindes hilft den Eltern ihr Kind besser zu verstehen, zu schützen und zu stützen, wenn die potentiellen Schwachpunkte des Kindes bekannt sind.

Homöopathen sollten Eltern dieses Buch als Lektüre empfehlen, ohne dass es die Eltern zur Behandlung von chronisch-konstitutionellen Leiden ihres Kindes ermutigt. Es wird sich zweifellos seinen Platz "in Griffweite" des homöopathisch arbeitenden Heilpraktikers und Arztes erobern und zu einem Werkzeug werden, auf das man nur ungern verzichten möchte.

Kai Kröger

 

Praxis der homöopathischen Heilkunst

Hoyne, Temple S.

Durch die miasmatische Fortbildung bei Yves Laborde auf die klinische Materia Medica von T.S. Hoyne aufmerksam gemacht, freute ich mir sehr zu erfahren, dass Jens Ahlbrecht den "Hoyne" übersetzt hat, so dass er nun auch in deutscher Sprache vorliegt.

Download Rezension von Eva Kolbinger

 

Homöotanik

Vonarburg, Bruno

Haug Verlag, STuttgart, 2009, 4. aktualisierte Auflage. 1480 Seiten, 1176 Abbildungen, gebunden, 2 Bände im Schmuckschuber, ISBN 978-3-8304-7300-8, € 250,--

Die neue Homöotanik

Was bringt die vierte aktualisierte Auflage von Bruno Vonarburgs Homöotanik Neues? Eva Kolbinger hat sie mit den vorhergehenden Versionen verglichen. Es hat sich tatsächlich Einiges geändert - weniger am Inhalt, dafür umso mehr am Aufbau und an der Übersichtlichkeit.

Auch die neue aktualisierte Auflage von Bruno Vonarburgs "Homöotanik" verbindet homöopathische Materia Medica mit einem ansprechenden, anschaulichen Farbatlas eines botanischen Werkes. In seiner Einführung und den einleitenden Erklärungen geht der Autor auf verschiedene Aspekte der Homöopathie ein. Er unternimmt einen Streifzug durch die Natur und unterbreitet uns die Möglichkeit, Hilfe und Anregung direkt bei den Pflanzen und der Natur zu suchen - nicht zuletzt, um Ausgleich vom Praxisalltag zu finden, indem man mit positiven Energien erfüllt zu den Problemen des Patienten zurückkehren kann. Danach reißt er kurz die Phytotherapie im
Zusammenhang mit der Homöopathie an. Bereits Ärzte und Philosophen der Antike wussten um die Heil- und Arzneikraft der verschiedenen Pflanzen. Ebenso faszinierend ist es zu lesen, wie sich Tiere in der freien Wildbahn selbst mit verschiedenen Pflanzen zu heilen wissen. Erkrankte Schafe wählen gezielt die Schafgarbenblüten, Bären fressen nach dem Winterschlaf das kräftigende Bärlauchkraut und Ameisen pflanzen Thymian auf ihren Bauten an, um Viren und Bakterien abzuwehren. Ja, es soll sogar an Rheuma erkrankte Stare geben, die sich Ameisen schnappen und diese anschließend durch ihre Federn führen. Die dabei entweichende Ameisensäure verschafft ihnen Linderung. Ebenso interessant ist eine kurze Einführung in die
Signaturenlehre. Wie konnten unsere Vorfahren so früh ohne jegliches Hilfswerkzeug die Heilkraft der verschiedenen Pflanzen erahnen? Der erste chemische Nachweis pflanzlicher Inhaltstoffe gelang erst im
Jahre 1805: Friedrich Adam Sertürner konnte aus der Mohnpflanze Opium und Morphinum isolieren und
erstmals deren chemische Formel definieren. Davor waren die damaligen Heilkundigen auf ihre Beobachtungsgabe angewiesen, um Heilpflanzen zu erkennen. Zum einen lernten sie aus dem Verhalten der Tiere, und zum anderen, so der Autor, waren sie noch eins mit der Natur und konnten Heilwirkungen intuitiv erahnen. Auch wurden in die Überlegungen Form, Farbe und Beschaffenheit der Pflanzen mit einbezogen. Sie waren Wegweiser zum Wirkungsgebiet oder der Art der Erkrankung. Bis in das letzte Jahrhundert hinein spielte die Signaturenlehre eine wesentliche Rolle in der Medizin. Heute wird diese Philosophie oft auch in naturheilkundlichen Kreisen in Frage gestellt. Zur Homöopathie  zeigen sich aber erstaunliche Parallelen.
Der Homöopath Emil Schlegel schreibt in seinem Werk über die Signaturenlehre "Religion der Arznei", dass zunächst Eigenschaften der Pflanze hinsichtlich Gestalt, Standort, Bodenbeschaffenheit Umwelt und Verhalten in den Jahreszeiten eruiert werden müssten. Dadurch ergeben sich die jeweiligen Organbezüge und die Pharmakologie. Es folgen einige Beispiele der Signaturenlehre, die uns diese Philosophie verdeutlichen sollen.
Als wirkliche Neuerung dieser aktualisierten Ausgabe ist die Sortierung der Pflanzenmittel anzusehen. Waren
doch die ersten drei Ausgaben noch in vier verschiedene Bücher unterteilt, nämlich Frühling, Sommer Herbst und Exoten. Und selbst in diesen Einzelwerken war die Anordnung nicht klar ersichtlich. Bei der Neuausgabe handelt es sich um zwei Bände, die nun in alphabetischer Reihenfolge der homöopathischen Namen der Pflanzen angeordnet sind. So hat man auf einen Blick das richtige Werk zur Hand, um eine bestimmte Pflanze nachzuschlagen, und muss nicht mehr umständlich suchen, sofern man eben nicht weiß, wann die Blütezeit der besagten Pflanze ist - man kann sich getrost auf seine ABC-Kenntnisse verlassen. Die Beschreibungen der knapp 400 Arzneien folgen einem Muster. Zuerst wird die Pflanze als solche hinsichtlich der Botanik beschrieben. Es folgen Verwendung in der Pflanzenheilkunde oder volkskundliches Wissen. Sofern es sich um eine giftige Pflanze handelt, werden die Vergiftungserscheinungen beschrieben. Das ist von einer nicht zu unterschätzenden Wichtigkeit, denn dort kann der Homöopath gesicherte Symptome einer Arznei finden. Denn nur was eine Substanz zu verursachen im Stande ist, kann das homöopathische Arzneimittel heilen. Anschließend haben die homöopathische Aufbereitung, die Leitsymptome und die absonderlichen Beschwerden einer Arzneipflanze ihren Platz. Die "Homöotanik" kann gleichermaßen als Nachschlagewerk für Therapeuten in der Praxis dienen, als auch als Werkzeug zum Erlernen und Verstehen von Pflanzenarzneien, besonders auch der sogenannten kleinen Arzneien. Aber auch interessierte Laien werden ihr Vergnügen an der Homöotanik haben. Oftmals wird durch das Studium der Pflanze das homöopathische  Arzneimittel leichter erschlossen. Über 1000 wunderschöne Abbildungen und Fotos sind ein zusätzlicher Genuss und für viele von uns die Möglichkeit, uns überhaupt ein Bild einer Arznei machen zu können. Ganz oft kommt dem Leser ein "ach so, das ist also...", weil man mit dem Namen alleine oft nichts anzufangen wusste. Bei vielen Arzneien findet sich außerdem eine gezeichnete Abbildung, die die wichtigsten Gesichtspunkte einer homöopathischen Arznei mit dem echten Pflanzenbild verbindet. Das besticht das visuelle Gedächtnis, Vernetzungen im Gedächtnis zu knüpfen. So lädt dieses wunderschöne Werk dazu ein, sich in dessen Seiten zu verlieren und macht so das Lernen und Studieren zu einem Hochgenuss. Die neue farbliche Gestaltung der Seiten ist angenehm und erleichtert das Lesen. Ein rundum gelungenes Nachschlage- und Schmökerwerk.

Eva Kolbinger

 

DVD zum Buch "Die homöopathische Behandlung und Heilung von Krebs und metastasierter Tumore

Wurster, Dr. med. Jens

Mit Krebspatienten im Gespräch

Die DVD zum Buch - Dr. med. Jens Wurster
Die homöopathische
Behandlung und Heilung
von Krebs und
metastasierter Tumore
Ca. 150 min. , € 29,-

Authentische Schicksale und Krankheitsverläufe auf DVD. Ergänzend zu Publikation und Seminaren von Jens Wurster erschien im Jahr 2008 eine DVD mit Erlebnisberichten von ehemaligen Krebspatienten, die er in der Clinica Santa Croce in Orselina erfolgreich behandelt hat.

Drei ehemalige Patienten schildern vor laufender Kamera ihre Krankengeschichte, angefangen bei der Diagnose, über die schulmedizinische Therapie bis hin zur homöopathischen Behandlung durch Dr.
Wurster. Waren diese drei Patienten im Buch lediglich Fälle, wenn auch sehr beeindruckende, so sitzt man
nun - ebenso gebannt - vor dem Bildschirm und hört den Ausführungen der als geheilt entlassenen
Patienten zu. Die Auswahl der Fälle ist überzeugend: Wir sehen drei unterschiedliche Menschen mit ihren persönlichen Schicksalen, die alle von der Schulmedizin aufgegeben wurden. Im ersten Fall war es Dr. Wurster
möglich, mit nur einem gut gewählten homöopathischen Mittel den Patienten in seiner Totalität zu
erfassen und ihn zu heilen. Im zweiten Fall sehen wir einen Mann, der extrem unter den Folgen der
Chemo- und Strahlentherapie zu leiden hatte. Mit der homöopathischen Behandlung erholte er sich rasch.
Schließlich bewältigte er auch seinen Tumor. Besonders erschütternd ist das Schicksal einer ehemaligen
Brustkrebs-Patienten mit metastasierenden Tumoren in der Lunge, die mit dem "sicheren" Todesurteil in
der Tasche nach Orselina kam, eine lange letztlich erfolglose schulmedizinische Therapie hinter sich
hatte, und bei Dr. Wurster mit der Homöopathie gesund wurde. Kommentiert werden die Patientenberichte
durch die Schilderungen des behandelnden Arztes: Dr. Jens Wurster beurteilt jeden Fall aus schulmedizinischer
und homöopathischer Perspektive. Die DVD ist handwerklich bis auf ein paar kleinere Mängel gelungen: Den Berichten hätten an einigen redundanten Stellen Kürzungen gut getan, beim Schneiden hätte man noch etwas feilen können. Und last but not least wirkt es befremdlich, wenn Dr. Wurster den Betrachter nicht anblickt, wenn er zu ihm spricht, was aber dem Inhalt seiner Worte keinen Abbruch tut. Insgesamt ist die DVD ein großer Gewinn für Therapeuten und Patienten. Auch wenn natürlich nicht alle Tumorpatienten geheilt werden können, macht Wursters therapeutische Arbeit beiden Seiten Mut, Krebs nicht als Todesurteil hin zu nehmen, sondern
der Kraft der Homöopathie zu vertrauen.

Dorit Zimmermann

 

Die homöopathische Behandlung und Heilung von Krebs und metastasierter Tumore

Wurster, Dr. med. Jens

Mut und Empathie

252 S., geb. € 39.-
ISBN 978-3-933666-19-2
Verlag Peter Irl

Dr. Jens Wurster berichtet über seine Erfahrung in der Behandlung von Tumorpatienten in seinem
engagierten und sachlich fundierten Buch "Die homöopathische Behandlung und Heilung von Krebs und metastasierter Tumore". Nach seinem Studium der Medizin und der klassischen Homöopathie ging er an die Clinica Santa Croce im Tessin, wo er seit nunmehr zehn Jahren an der Seite von Dr. Dario Spinedi Tumorpatienten homöopathisch begleitet.

Wursters Buch basiert auf einem reichen Erfahrungsschatz: Über 500 - zum Teil austherapierte und vonder
Schulmedizin aufgegebene - Patienten hat JensWurster im Laufe dieser Jahre homöopathisch behandelt. Er
zählt zu den wenigen homöopathischen Ärzten, die nahezu ausschließlich Krebspatienten unter klinischen
Bedingungen betreuen. Anhand von 12 Krebsfällen dokumentiert der Autor Schritt für Schritt seine Vorgehensweise - transparent und stets nachvollziehbar. Dabei hat er besonders schwierige, mitunter aussichtslos scheinende Fälle ausgewählt, um zu zeigen, dass es selbst dann noch einen Weg mit der Homöopathie gibt. Am Anfang eines jeden Falles steht die schulmedizinische Diagnose, gefolgt von der bisherigen Krankengeschichte und einer Zusammenfassung der Anamnese. Sehr hilfreich sind die medizinischen Hintergrundinformationen zu der jeweiligen Tumorart und den schulmedizinischen
Therapiemöglichkeiten. Im Zentrum steht aber stets die homöopathische Behandlung. Für jeden Patienten
erstellt Jens Wurster eine Liste mit individuellen Verlaufsparametern, die regelmäßig überprüft werden.
Interessant ist die Art, wie Dr. Wurster repertorisiert: Er fertigt häufig mehrere Repertorisierungen an, eine, die
die Totalität der Symptome wiedergibt, eine andere mit den auffallenden, individuellen Symptomen, gelegentlich
eine dritte mit den Lokalsymptomen. Anschließend vergleicht er diese miteinander und trägt so der Besonderheit in der Tumorbehandlung Rechnung, wonach der Behandler es in der Regel mit mehreren Ebenen
zu tun hat: Die erste Ebene spiegelt die Konstitution des Patienten bis zum Zeitpunkt der Erkrankung und
seine bisherige Krankengeschichte wider, eine zweite die Zeitspanne von den ersten Anzeichen des Tumors
bis zum Beginn der Behandlung und die letzte Ebene (in vielen Fällen die Folgen von Chemo- und Bestrahlungstherapie) den miasmatischen Hintergrund des Patienten. Auf diese Weise wird der Leser lückenlos durch jeden einzelnen Fall geführt, einschließlich sämtlicher Follow ups. Am Anfang des Buches findet sich ein sehr ausführlicher theoretischer Teil, in dem Jens Wurster auf sämtliche Besonderheiten in der homöopathischen Behandlung von Krebs eingeht, u.a. der Anwendung von Q-Potenzen und der homöopathischen Begleittherapie von Chemotherapie und Bestrahlung. Neben den eindrucksvollen Behandlungserfolgen zeigt der Autor auch die Schwierigkeiten auf, die sich im Laufe einer Tumorbehandlung ergeben können, wie man mit diesen umgeht bzw. wie man sie vermeidet. Nach der Lektüre des Buches hat es Jens Wurster mit Engagement und Offenheit erreicht, dem Leser Mut zu machen, sich diesem schwierigen Thema anz nähern und sich weiter mit der homöopathischen Behandlung von Krebs zu beschäftigen. Und selbst, wer sich nicht an die Behandlung Krebskranker heranwagt, kann aus diesem Buch sehr viel für die tägliche Praxis lernen.

Dorit Zimmermann

 

Das kann die Homöopathie

Aleksandar Stefanovic

Das kann die Homöopathie

Plädoyer für die Wirksamkeit unserer Heilmethode

Nach der viel gelobten „Didaktischen Materia Medica“ hat Aleksandar Stefanovic jüngst ein neues Buch vorgelegt: Das kann die Homöopathie. Erstaunliche Heilungen. Wenn die Schulmedizin nicht weiter weiß. Sein aktuelles Werk ist die fundierte Antwort auf die zahlreichen polemischen, fachlich unzureichenden Homöopathiekritiken, die in den Medien seit einiger Zeit „die Runde machen“.

Der Autor präsentiert hier zwei Bereiche der Homöopathie: Wissenschaft und Forschung sowie die homöopathische Behandlungspraxis. Sein Anliegen ist es, das verwirrende Bild, das von der Homöopathie zurzeit in den öffentlichen Medien gezeichnet wird, zu revidieren und zu zeigen, „was Homöopathie ist und was Homöopathie kann“.

 

Im ersten Teil stellt Stefanovic die Klassische Homöopathie in den Kontext wissenschaftlicher Studien und historischer Entwicklungen. Im zweiten Teil folgt eine umfangreiche Darstellung homöopathischer Behandlungen bei komplexen Krankheitsbildern bis hin zu schweren chronischen Erkrankungen, die allgemein als schwer behandelbar gelten oder die von der allopathischen Medizin als unheilbar klassifiziert wurden. Für interessierte Laien ist der erste Teil mit Informationen zu wissenschaftlichen Studien und historischen Abläufen sicher eine recht ausführliche Darstellung, für Homöopathie-Studierende ist dieses Kapitel „state of the art“ der Homöopathie-Forschung. Besonders hervorzuheben sind die Quellenangaben am Ende des Buches, mit denen man vertiefende Informationen zu einzelnen Studien finden oder einzelne Fälle in aller Ausführlichkeit nachvollziehen kann.

 

Beim Lesen des ersten Teils entsteht der Eindruck, dass die Homöopathie im medizinischen Diskurs mit allen Mitteln diskreditiert wird, weil sie nicht mit der evidenzbasierten Leitlinienmedizin vereinbar ist. Sie verkörpert eine Gegenposition zur modernen Medizin. Voraussetzungen wie Subjektivität, Individualisierung und Lebenskraft, wie sie für die Homöopathie evident sind, werfen die Frage auf, ob die Methoden der Naturwissenschaft überhaupt für eine wissenschaftliche Begründung der Homöopathie geeignet sind. Dennoch, und das zeigt dieses Buch eindrücklich, gibt es inzwischen mehrere hundert wissenschaftliche Studien und Experimente zur Homöopathie, die ihre Wirksamkeit unzweifelhaft belegen. Über diese Studien und deren Beweiskraft für die Wirkung homöopathischer Potenzen, aber auch über den Umgang der Skeptiker der Homöopathie mit deren Akzeptanz und Behandlungserfolgen, lesen wir im ersten Teil des vorliegenden Buches. Stefanovic hat hier einzelne Schwerpunkte homöopathischer Forschung herausgegriffen, und man kann sich ein ausführliches Bild über den aktuellen Stand der Homöopathie-Forschung machen. Schwerpunktthemen dabei sind In-vitro-Experimente, Wirksamkeit der Homöopathie bei Pflanzen und Tieren, Placebo-Effekt-Forschung und physikalische Erklärungsmodelle für die Wirkung potenzierter Arzneimittel.

 

Ein Argument in kritischen Auseinandersetzungen ist die gern zitierte These, dass es „derzeit keinen sicheren Beleg dafür gibt, dass homöopathische Medikamente überhaupt eine Wirkung erzielen“. Diesem Argument tritt der Autor im zweiten Teil des Buches vehement entgegen. Dazu präsentiert er auf 386 Seiten eine außerordentlich spannende Dokumentation homöopathisch behandelter Fälle. Es sind exemplarische Fallbeispiele zu homöopathisch therapierten Erkrankungen jeglicher Art. Den einzelnen Kapiteln vorangestellt ist die, zurzeit geltende, schulmedizinische Einschätzung und Prognose der jeweiligen Erkrankung – eine bemerkenswerte Gegenüberstellung, die für sich selbst spricht!

„Diese Beispiele sind bewusst gewählt, um die von einigen Kritikern vorgetragene Behauptung zu entkräften, dass es sich bei den homöopathisch geheilten Patienten um „leichte Erkrankungen“ handeln würde, die sich „sowieso von alleine gebessert hätten“. Die Fallbeispiele zeigen sehr eindrücklich, dass dies kein zutreffendes Argument ist“ (der Autor).

Stefanovic wendet sich mit diesem Buch vor allem an interessierte Laien. Aber auch Studenten der Homöopathie und praktizierenden Homöopathen bietet dieses Werk wissenswerte Informationen über den Stand der Forschung in der Homöopathie und der homöopathischen Heilkunst. Das Buch ist schnörkellos und anregend geschrieben, und besonders der zweite Teil ist ein Motivationsschub für die eigene Praxis.

Fazit Bei diesem Überblick über die aktuelle Forschung zur Homöopathie und die Dokumentation vieler homöopathisch behandelter Fälle handelt es sich um ein Buch, das für Homöopathen und Homöopathie-Studenten sehr lesenswert ist und das dem interessierten Laien, der seine Urteilskraft schärfen möchte, in die Hand gegeben werden sollte.

Gabriele Mayer

Das kann die Homöopathie

Erstaunliche Heilungen. Wenn die Schulmedizin nicht weiter weiß

Aleksandar Stefanovic

Similimum Verlag, 2014

626 Seiten, kart.

ISBN 978-3-930256-65-5

€ 29,90

 

 

 

 

Die Grundlagen der akuten Behandlung in der Klassischen Homöopathie

Bernd Müller-Thederan

Im neuen Gewande 

Grundlagen der akuten Behandlung in der Homöopathie 

Der „Klassiker“ unter den Büchern zur akuten Behandlung geht in eine Neuauflage, diesmal als Taschenbuch. Bereits 1999 hat Bernd Müller-Thederan dieses Lehrbuch vor allem für junge Kollegen und Studenten der Homöopathie geschrieben. Aber auch erfahrene Therapeuten können von der gut strukturierten Zusammenfassung profitieren. Zum damaligen Zeitpunkt verfügte der Autor über zwanzig Jahre Praxiserfahrung, die er in dieses Werk einfließen ließ. Mittlerweile sind aus den 20 bereits 40 Jahre geworden. Doch an der Aktualität und Wichtigkeit eines Grundlagenwerks zur Behandlung akuter Erkrankungen in der Klassischen Homöopathie hat sich nichts geändert.

Jeder Anfänger der Homöopathie sieht sich recht bald mit der Erkenntnis konfrontiert, dass die Behandlung akuter Beschwerden nicht so einfach ist, wie anfangs angenommen. Dieses Werk trägt nachhaltig dazu bei, das Erlernte zu vertiefen und sich den wesentlichen Aspekten akuter homöopathischer Behandlungen zuzuwenden.

Was ist das zu Behandelnde? Ist das akute Geschehen eine Reaktion auf die chronische Therapie? Wie gehen wir mit allopathisch anbehandelten Fällen um? Welche Fragen stelle ich den Patienten und welche Symptome sind zur Mittelwahl heranzuziehen? Welche Dosierung wähle ich? Und wie bewerte ich die Arzneimittelreaktion richtig?

Den Abschluss bildet ein Kapitel mit zahlreichen Übungsfällen. Diese Fallbeispiele sind ausführlich beschrieben. So hat der Leser die Möglichkeit, die Fallanalyse selbst vorzunehmen und ein passendes Mittel auszuarbeiten. Spannend, ob man zum selben Ergebnis kommt wie der Autor. Die Freude ist groß, wenn dem so ist. Dies hinterlässt beim Lernenden ein Gefühl der Sicherheit und Zuversicht, akute Fälle in Zukunft selbst strukturiert angehen und lösen zu können.

Am Aufbau des Buches erkennt man die große Lehrerfahrung des Autors, die wir an der Akademie für Homöopathie noch genießen durften. Bernd Müller-Thederan wählte diese Form der Publikation, um sein Wissen einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machen zu können. Die Kapitel über Potenzen, Arzneimittelverschreibungen und Arzneimittelreaktionen stellen eine sehr gute Zusammenfassung dar. Sie verschaffen gerade Neuanfängern der Homöopathie einen guten Überblick. Wie hoch sollte die Potenz bei welcher Krankheitskraft sein? Wie oft sollten wir wiederholen? Mit welcher Reaktionszeit dürfen wir rechnen? Und wann muss sich der Behandler einem Arzneimittelwechsel „stellen“? Auf all diese Fragen gibt der Autor befriedigende Antworten.

Fazit 

„Die Grundlagen der akuten Behandlung in der Klassischen Homöopathie“ von Bernd Müller-Thederan sind nach wie vor ein hervorragendes Werk für alle, die lernen möchten oder die sich noch unsicher im Bereich der akuten Behandlung fühlen.

Eva Kolbinger

 Die Grundlagen der akuten Behandlung in der Klassischen Homöopathie 

Bernd Müller-Thederan

Erich P. H. Müller Verlag, 2015

82276 Adelshofen, Am Herrnacker 7

0 81 46 / 94 67 71, berndmth@t-online.de

238 Seiten, brosch.

ISBN 3-9807030-1-0

33 €

 
 
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